• Pflichtgefühl,
  • Familienzusammenhalt
  • Kein anderer hat Zeit
  • Pflegender wohnt in der Nähe
  • Mitgefühl,
  • Hilfsbereitschaft
  • Emotionale Bindung
  • Liebe
  • Vertrautheit

 

Nur etwa jeder dritte Pflegebedürftige nutzt Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

Lediglich jeder dritte ambulant versorgte Pflegebedürftige (31,6 Prozent) nahm 2015 mindestens einmal die Verhinderungspflege oder eine Kurzzeitpflege in Anspruch. Das Angebot der Tages- und Nachtpflege nutzten sogar nur fünf Prozent Pflegebedürftiger.

Demenz geht uns alle an – denn bereits heute leiden rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz und die Zahl der Erkrankten nimmt stetig zu. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2050 rund 2,8 Millionen Menschen mit Demenz leben werden.

Wir sind mittendrin, mit der Zunahme der pflegerischen Versorgung von Menschen in deren häuslichen Umfeld. Die Alterung der Gesellschaft lässt die Anzahl pflegebedürftiger Menschen weiter steigen.

Dies liegt zum einen an der demografischen Entwicklung, verbunden mit dem Anstieg chronischer Krankheiten und zum anderen an den strukturellen Veränderungen im Krankenhaussektor. Die Verkürzung der Verweildauer in den Hessischen Krankenhäusern verdeutlicht dies (1990 13,2 Tage, 2013 7,6 Tage) Die verkürzten Liegezeiten wird die Bereiche der Pflege, der behandelnden Ärzte und Weiterbehandelnden Einrichtungen weiter vor veränderte Anforderungen stellen.

Neben den professionell Pflegenden spielen auch Familien eine maßgebliche Rolle, wenn es um die Pflege geht. Mehr als zwei Millionen Menschen werden derzeit in eigener Häuslichkeit durch Angehörige gepflegt. Um die Betreuung zu Hause zu erleichtern, stellt die Pflegeversicherung ihnen und ihren pflegenden Angehörigen eine Reihe an Angeboten zur Verfügung. Die Angebote werden jedoch nur von einer Minderheit genutzt.

In den ambulanten Pflegeeinrichtungen im Hochtaunuskreis sind 314 Pflegefachkräfte und -helfer/innen beschäftigt. Mit 142 Beschäftigten stellen Gesundheits- und Krankenpfleger/innen die größte Gruppe, gefolgt von den Altenpfleger/innen mit 95 Beschäftigten. 

HESSISCHER PFLEGEMONITOR
Im Hochtaunuskreis wurden im Jahr 2018 mehr Pflegekräfte von den Einrichtungen gesucht als auf dem regionalen Pflegearbeitsmarkt verfügbar waren. Für alle Pflegeberufe mit Ausnahme der Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen zeigt sich ein Pflegekräfteengpass. Dieser ist in der Altenpflege zahlenmäßig mit Abstand am stärksten ausgeprägt, hier fehlen 105 Fachkräfte. In der Gesundheits und Krankenpflege fehlen rein rechnerisch 72, in der Altenpflegehilfe 60 Personen.

Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist in Deutschland gesellschaftlich relevant und nimmt zukünftig weiter an Bedeutung zu. Schon heute sind zwei von drei pflegenden Angehörigen unter 65 Jahren erwerbstätig. Arbeitnehmende, die privat Pflegeaufgaben übernehmen, stehen oft vor erheblichen Herausforderungen und drohen überdies dem Arbeitsmarkt teilweise oder vollständig entzogen zu werden. Gleichzeitig sind pflegende Angehörige die Basis der pflegerischen Versorgung im Sinne des SGB XI in Deutschland.

Gründe für die Übernahme einer Pflegeverantwortung durch Angehörige in Deutschland: Altersgruppe: 50-65Jahre

Pflichtgefühl, Familienzusammenhalt: 45%

Kein anderer hat Ziel; Pflegender wohnt in der Nähe: 21%

Mitgefühl, Hilfsbereitschaft: 19%

Emotionale Bindung, Liebe , Vertrautheit: 15%